Arbeitet doch was ihr wollt! – Feministische Perspektiven auf Arbeit(en) im Neoliberalismus

Neoliberalismus verspricht Freiheit und Selbstverwirklichung in der Arbeit. Arbeit ist dabei zunehmend Arbeit an uns selbst, die die eigene Marktförmigkeit erhöht; wir werden zum vollumfänglichen homo oeconomicus, so eine These. Wenn Arbeit jedoch historisch gesehen männliche Erwerbsarbeit ist und das (neo-)liberale Subjekt männlich konstruiert ist, sind Neoliberalismus und Androzentrismus eng verbunden. Kritisch muss daher nach den Bedingungen gefragt werden, unter denen als weiblich konstruierte Subjekte die vermeintlichen Freiheits- und Emanzipationsversprechen des Neoliberalismus erfahren können. Die weitere Ausdehnung der Marktsphäre im Zuge neoliberaler Politiken rückt gleichzeitig aber auch die bisher als nicht-marktförmig charakterisierten Tätigkeiten der Care-Arbeit zunehmend in den Blick unternehmerischer Überlegungen. Auch Beziehung, Emotionen und Fürsorge werden potentiell marktförmig und waren bisher überwiegend weiblich konnotiert.

Im partizipativ angelegten Workshop wollen wir anhand von drei Frageblöcken über den Zusammenhang von Neoliberalismus, Arbeit und Geschlecht nachdenken:

  1. Welche Eigenschaften charakterisieren den homo oeconomicus im Neoliberalismus und welche kritischen Perspektiven ergeben sich daraus?
  2. Wie stellt sich unter diesen Bedingungen dann die spezifische Situation für Frauen* in Bezug auf Arbeit dar?
  3. Welche Ansatzpunkte für Kritik können feministische Perspektiven in Bezug auf Arbeit im Neoliberalismus bieten?

Referentinneninformationen

Nele Weiher, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Leibniz Universität Hannover mit den Forschungsschwerpunkten Queer Theory, feministische politische Theorien, Konstruktion von Geschlecht, Postkoloniale Theorie.

Lea Allers, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Leibniz Universität Hannover mit den Forschungsschwerpunkten feministische politische Theorien, Politische Ökonomie.

Donnerstag, 26.09., 14 – 17 Uhr, Institut für Politikwissenschaften

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