Ausmaße und Ursachen rechtsextremer Einstellungen- Ausgewählte Ergebnisse aus der Leipziger Autoritarismusstudie

Die Leipziger Studien zum Autoritarismus (zuvor Mitte-Studien an der Universität Leipzig) erheben seit 2002 auf Grundlage einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe alle zwei Jahre rechtsextreme und anti-demokratische Einstellungen in Deutschland. In dem Vortrag werden die Ergebnisse der aktuellen Studie aus dem Jahr 2018 sowie der Langzeitverlauf rechtsextremer Einstellungsmuster seit 2002 diskutiert. Neben dem Ausmaß solcher Einstellungen sind vor allem die Ursachen für das Entstehen rechtsextremer Einstellungen interessant. Vor dem Hintergrund der Annahme, dass viele Faktoren rechtsextreme Einstellungen begünstigen, werden im Vortrag einige Fragen diskutiert: Was haben rechtsextreme Einstellungen mit tatsächlicher und gefühlter ökonomischer Benachteiligung zu tun? Ist die Heitmeyer’sche These der Modernisierungsverlierer eine fruchtbare Theorie zur Erklärung von Rechtsextremismus? Welche Rolle spielen ungünstige Erziehungs- und Sozialisationsbedingungen in Bezug auf Rechtsextremismus? Taugt die alte Theorie der autoritären Persönlichkeit von Adorno und seinen Mitarbeitern noch, um rechtsextreme Einstellungen zu erklären? Die Studie „Flucht ins Autoritäre – Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft“ herausgegeben von Oliver Decker und Elmar Brähler ist auf den Seiten der Heinrich-Böll-Stiftung kostenlos downloadbar https://www.boell.de/sites/default/files/leipziger_autoritarismus-studie_2018_-_flucht_ins_autoritaere_.pdf

Dr. phil. Alexander Yendell

ist promovierter Soziologie und vertritt zurzeit die Professur für Religions- und Kirchensoziologie an der Universität Leipzig. Zuvor war Yendell an der Universität Bern, der Loughborough University, der WWU Münster und der Universität Potsdam beschäftigt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Rechtsextremismus, Islamfeindlichkeit, politischer Protest, Religiosität und soziale Ungleichheit. Er gehört zum Autorenteam der Leipziger Autoritarismusstudie und forscht zurzeit u.a. zu politischem Protest in Stadtgesellschaften sowie zu Vorurteilen gegenüber Muslimen und Juden. Politisch engagiert sich Yendell vor allem gegen prekäre Beschäftigung in der Wissenschaft.  Yendell ist Mitglied des Senats der Universität Leipzig.

Samstag, 28.09.2019, 16 Uhr, Kulturzentrum Pavillon

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