Flucht ins Autoritäre – Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft | Vorstellung der Leipziger Autoritarismus-Studie 2018

Etwa 40 Prozent der der Befragten stimmen den Aussagen in der Dimension Autoritarismus zu. Bei ihnen ist die Bereitschaft groß, sich unterzuordnen; gleichzeitig fordern sie die Abwertung anderer im Namen dieser Autorität. 30 Prozent der Befragten sind dagegen ausdrücklich demokratisch orientiert. Ein weiterer Faktor für rechtsextreme Einstellungen sei zudem die Anerkennung der Befragten als Person und Bürger/in: rund 30 Prozent fühlen sich demnach als Bürger/innen zweiter Klasse (mehr dazu in Kapitel 4 der Studie). Die Leipziger Studien zu autoritären und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland werden seit 2002 alle zwei Jahre von einer Arbeitsgruppe um Oliver Decker und Elmar Brähler der Universität Leipzig durchgeführt. Die aktuelle Leipziger Autoritarismus-Studie 2018 basiert auf einer repräsentativen Erhebung mit 2.416 Befragten. Rechtsextreme Einstellungen werden entlang von sechs Dimensionen erfasst: Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus. Besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der autoritären Dynamik in der Gesellschaft. Die Studie wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Otto Brenner Stiftung unterstützt.

Dr. phil. Alexander Yendell

ist Mit-Autor der Leipziger Autoritarismus-Studie 2018, Universität Leipzig, Institut für praktische Theologie.

Samstag, 28.09.2019, 16 Uhr, Kulturzentrum Pavillon

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